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Leo über Alopecia

Hallöchen  ihr Lieben, ich bin Leo und 25 Jahre alt.

Seit vier Jahren habe ich meine Glatze. Genau genommen habe ich Alopecia areata auch kreisrunden Haarausfall genannt. Bei dieser Autoimmunerkrankung stößt der Körper die Haare ab, in dem das Immunsystem die Haarwurzeln angreift.Am 16.06.2017 war es soweit, meine Haare werden zur Vergangenheit gehören. Ich hatte damals große Angst vor dem Tag! Ich hatte Angst vor der Glatze, vor dem wie wird es sein ohne Haare.

So viele Ängste und Gedanken…

…waren die Tage zuvor in meinem Kopf, ich habe oft vor lauter Angst geweint. Damals dachte ich auch, dass ich bei der Rasur weinen werde. Aber es war genau das Gegenteil. Ich war so glücklich und erleichtert wie seit langen nicht mehr wie in diesem Moment.

Ich saß ganz ruhig auf meinem Stuhl, atmete tief ein und hörte das Summen des Rasierers und dann ging es los. Es tat nicht weh oder war unangenehm. Ich merkte wie mir im wahrsten Sinne des Wortes die Last genommen wurde und fing an zu lachen. Mir viel ein riesiger Stein von meinem Herzen als es vorbei war. Ich schaute in den Spiegel und wusste, dass bin jetzt ich und es wird schon alles gut.

Damit ich mich direkt so lieben lernte, bin ich mit meiner guten Freundin direkt in den Wald gefahren um dort Fotos zu machen. Als keiner zu sehen war, nahm ich mein Tuch ab und wir machen Fotos. Es war ein sehr befreiendes und schönes Gefühl!

Ich war 20 Jahre alt, als ich meine Glatze bekam.

Es ging bei mir aber nicht auf dem Kopf los, sondern im Gesicht. Ich merkte plötzlich ein Loch in meiner Augenbraue, habe mir aber erstmal nichts weiter dabei gedacht. Wird schon wieder verschwinden. Tja, war leider nicht so. Es wurde ganz langsam immer mehr, so das ich beginnen musste mir meine Augenbraue zu malen. Was überhaupt nicht gut gelang, aber ich konnte es nicht besser und wollte auch nicht nur mit einer Augenbraue im Gesicht rum laufen.

Als ich vom Hautarzt dann die Diagnose Alopecia bekam, bekam ich erstmal Angst, aber der Arzt meinte, dass sei so klein ich bräuchte mir keine Sorgen machen, dass wird schon wieder. Alle vier Wochen ging ich dann zu ihm zur Kontrolle, das  Loch wurde immer mehr und die Kortisonsalbe die ich täglich auf meine nicht vorhandene Augenbraue schmierte half nicht.

Irgendwann ging ich dann in die Klinik und begann eine tropische Immuntherapie. Einmal die Woche musste Ich dort hin. Es sollten 150 Sitzungen werden. Ich habe nur drei Sitzungen gemacht und dann die Therapie abgebrochen. Ich habe es überhaupt nicht vertragen. Ich bekam Fieber, Rötungen und vieles mehr vom Kortison und das obwohl ich schon die geringste Dosis bekommen hatte die möglich war. Von dem Moment an, ging der Haarausfall noch viel, viel schneller. Innerhalb von drei Monaten waren all meine Haare weg. Am ganzen Körper. Ich war froh, wenigstens meine Wimpern noch zu haben, aber auch die verabschiedeten sich vier Wochen nachdem ich meine Glatze bekommen hatte.

Mittlerweile habe ich seit zwei Jahren Wimpern die ich mir klebe und mit denen ich sehr, sehr glücklich bin. Auch meine Augenbrauen habe ich mir mittlerweile mit MicroBlaiding machen lassen. Den es war eine Katastrophe mir die Augenbrauen selbst zu machen.

So überrascht und glücklich war ich, als ich die ersten Bilder sah.


Ich war total geplättet und glücklich über mein neues Erscheinungsbild. Niemals habe ich damit gerechnet, dass es mir gefällt und ich damit so gut umgehen kann. Am Anfang hatte ich noch Flecken auf dem Kopf, aber dieser Leoparden-Look ging ganz schnell weg. Drei Tage bin ich erstmal mit einem Tuch oder Mütze auf dem Kopf rum gelaufen und dann war ich einfach joggen “oben ohne” und bin mit dem Bus durch die Stadt gefahren. Seitdem gehe ich so aus dem Haus. Natürlich muss man sich am Anfang dran gewöhnen, ich hatte oft noch ein Haargummi am Handgelenk oder am Anfang war mir mein Kopfkissen zu kalt, so das ich mir noch was warmes, kuscheliges untergelegt habe.

Man kommt auch immer wieder mit Leuten ins Gespräch, die neugierig sind, aber das ist total in Ordnung. Viele kennen es einfach nicht, eine Frau mit Glatze. Umso mehr bin ich froh, dass ich bisher nur positive Begegnugen machen durfte, vielleicht anderen Mut machen kann und an so tollen Projekten bisher mit machen durfte um Alopecia bekannter zu machen, aber auch das Bild eine Frau mit Glatze.
Eins habe ich gelernt, die Erkrankung hat mich selbstbewusster und stärker gemacht. Ich kann jedem nur eins mit geben, wenn du dich akzeptierst, tun es auch die anderen.

Ich finde es wichtig, dass das Thema Diversity und Bodypositivity immer mehr in den Fokus kommt…


… und in Zukunft alles immer mehr als “normal” angesehen wird. Kein braucht sich zu schämen oder zu verstecken, nur weil man groß, klein, dick, dünn ist oder keine Haare hat. Man ist schön so wie man ist, ob nun mit oder ohne Haare, mit Narben oder einer dunkleren Hautfarbe. Mir liegt das Thema sehr am Herzen, denn ich finde wichtig, dass das Schubladen denken und Vorurteile aufhören sollte. Ich werde durch meine Frisur oft angesprochen, damit habe ich kein Problem, denn wenn ich eins hätte, würde ich wahrscheinlich nicht so offen damit umgehen und so rum laufen. Aber oft ist der erste Satz, welchen Krebs hast du denn?

Das ist einfach in den Köpfen drin, wenn man eine Frau mit Glatze sieht, oh die hat Krebs. Das wird man, auch nicht so schnell aus den Köpfen bekommen, aber ich würde schön finden, wenn man daran denkt, dass es auch andere Erkrankungen gibt, bei denen man keine Haare hat und nicht direkt mit der Tür ins Haus fällt. Vielleicht schaffen wir es, durch Bodypositivity und Diversity, die Menschheit zu sensibilisieren. Das wäre ein großer Schritt für alle.

https://www.instagram.com/leo.alopecia/

“Nutze die Kraft deiner Gedanken, um dein Leben nach deinen Wünschen zu gestalten”

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